Ferienwohnung.Koeln

Tünnes und Schäl

0163-4509425

info@ferienwohnung.koeln

Bericht über Tünnes und Schäl und das Hänneschen-Theater in Köln

Zwei Kölsche Originale

Tünnes und Schäl, zwei Kölsche Originale, die es allerdings nie wirklich gab. Doch existieren sie und sind im Kölner Leben allgegenwärtig. Die legendären Figuren verkörpern den Charakter der Einheimischen: "Tünnes und Schäl stecken ein bisschen in jedem Kölner", so sagt man. Der Puppenmacher Johann Christoph Winters hatte sie einst erfunden. Winters ist auch Begründer des Hänneschen Puppentheaters, das offiziell “Puppenspiele der Stadt Köln” heiβt. Dort persiflieren diese originellen Originale Kölsche Charaktere wie Gutmütigkeit und tölpelhaften Charme mit dem Bauer Tünnes und Hochmut mit dem Städter Schäl.


Tünnes und Schäl


Tuennes und Schael


Tünnes

Tünnes ist schon seit der Theatergründung im Jahr 1802 dabei. Sein Name stammt von Antonius. Er repräsentiert den Kölsche Bauern mit seinem friedlichen und einfachen Gemüt. Ruhig, hilfsbereit und gutmütig steht er anderen zur Seite. Es scheint, als sei er dumm, doch mit Bauernschläue kommt er gut durchs Leben. Etwas dicklich ist er, einer rustikaler Typ mit einer roten Knollennase, die wohl seinen Hang zum Schnaps ausdrückt. Und seine rote Haartracht kommt daher, so vermutet man, dass sich einst in Köln wohl schwarzhaarige Römer mit blonden Germanen vermischten und es demzufolge rothaarige Nachfahren gab. Zu Tünnes Outfit gehört ein blauer Bauernkittel und ein roter Schal.


Schäl

In der Figur des Schäl findet man den Kölner Kleinbürger. Schäl trat knapp 50 Jahre nach der Theatergründung auf die Bühne. Gründer Winters schuf ihn, weil Franz Andreas Milewitsch, Groβvater des berühmten Volksschauspielers Willy Milowitsch, nämlich auf der anderen Rheinseite, auf der “schäl Sik”, ein Puppentheater eröffnete, was Konkurrenz verhieβ. Schäl ist ein schlanker Kerl im Frack und mit Hut, so steht er auf der Hänneschen Puppentheaterbühne. Man bezeichnet ihn als schlitzohrig, gar hinterhältig. Er schielt; daher sein Name Schäl, was gleichzeitig nach Kölscher Mundart auch schlecht oder falsch sein bedeutet. Er spielt seine Rolle als eingebildeter Städter, der Dörfler gern von oben herab behandelt und sie übers Ohr haut. Selbst hält er sich für auβerordentlich klug. Das ist er aber nicht.


Hänneschen Puppentheater

Dieses komische Zweigespann erheitert die Gemüter im Hänneschen Puppentheater. Auch in Witzen, Anekdoten und Geschichtchen persifliert es die Kölner. Weitere populäre Puppen repräsentieren die Kölner Charaktere: Hänneschen kommt an den Nachmittagen zu den Kindervorstellungen. Er ist ein freundlicher und aufrichtiger, doch gleichzeitig recht gewiefter Held. In den Kindervorstellungen steht ihm seine Schwester Bärbelchen zur Seite, an den Abenden zeigt er seine Schwäche für Bärbelchen als seine Freundin. Bärbelchen zeigt sich selbstbewusst, immer positiv klug, gar altklug, pfiffig drauf und fröhlich aufgeweckt. Groβmutter Bestemo dagegen hat einen zänkischen Charakter. Sie drückt ihre Liebe nur durch Gekeife aus. Hofnarr Speimanes ist kleinwüchsig und hat einen Buckel. Stotternd tritt in seiner sehr aufrichtigen Art meist recht bissig und respektlos dem Schäl gegenüber auf. Dabei klappt es mitunter mit der etwas unterschiedlichen Aussprache von “P” und “B” nur mühsam. Der gemütliche Schutzmann Schnäutzerkowsky persifliert den rheinischen Charakter als einen preuβischen Beamten. Er berlinert, begegnet seinen Mitmenschen zackig, harsch und formal. Dabei ist er nur hilflos und kann sich kaum durchsetzen. Die Tochter von Schäl, Röschen dagegen weiβ sich sets zu helfen und versucht meist ihren Vater auf den richtigen Pfaden zu halten, sie ist ein lustiges und ein klein wenig ein spitzbübisches Mädchen. Röschen ist die Freundin von Köbeschen. Köbeschen ist das Kind von Tünnes, das in seiner jungen und frechen Art gern die Ansichten seines Vaters zum Besten gibt. Es muss aber doch recht oft auf den vom Schnaps geplagten Vater aufpassen. Die Stammkneipe in Knollendorf führt Mählwurms Pitter. Er ist ein gemütlicher, stets bedächtig langsamer Kneipenwirt, denn er hat mit seinem Übergewicht zu kämpfen. So läuft er allenfalls los, wenn mal einer die Zeche prellen will. Aber geschäftstüchtig ist er. Das Spektaktel der illustren Stockpuppen-Gesellschaft findet im fiktiven Ort Knollendorf statt, das man sich vor den Toren Kölns oder am Stadtrand vorstellen kann.




Das Stockpuppenheater

Real tritt das Stockpuppen-Ensemble am Eisenmarkt in Kölns Altstadt-Nord auf. Hinter dem Stockpuppenheater liegt eine lange Tradition. Es wurde 1802 von Johann Christoph Winter gegründet. Vor der Gründung des Theaters gab es in der Vorweihnachtszeit Krippenspiele für Kinder. Winter hatte schon damals groβen Erfolg mit seinen Krippenspielen, mit denen alles anfing. Ab 1923 war Winters Hänneschen Theater schon beim ersten Kölner Karnevalsumzug dabei. Noch heutzutage sind die Stockpuppen ein fester Bestandteil des Kölner Karnevals. Die Stockpuppensitzung persifliert alljährlich den Sitzungskarneval. Hier geht es um “de Wosch”: Für jeden Darbieter gibt's nach dem Vortrag eine Blutwurst. Aber so viele Blutwürste wie Darbieter gibt es nicht. Es muss mit nur einer Wurst klappen. Der stotternde Hofnarr Speimannes überreicht die Blutwurst einem jeden auf der Bühne, nimmt sie einem jedem aber hinter dem Vorhang wieder ab. Dabei gibt es richtiges Spektakel, alle schreien und zetern. Nach einem Weilchen taucht Speimannes auf der Bühne wieder auf, oftmals gerade mit einem blauen Auge vom Kampf um de Woosch davon gekommen. Am Ende überreicht der Narr die Blutwurst dem Schäl und sagt: “Herr P-P-Präsident, de Woosch”. Das Publikum tobt.


Das Stockpuppenspektakel findet hinter einer Balustrade statt, wie man hier sagt: “henger d'r Britz”. Am Schluss wird die 1.80 Meter hohe Holzwand hydraulisch abgesenkt. Das Publikum kann nun das Puppenspielerensemble sehen und applaudieren. Die Puppen wiegen vier oder fünf Kilo. Sie werden am Tragestock geführt. Dieser steckt am unteren Ende in einem Holster und ist an einem Tragegurt der Spieler befestigt. Bewegungen und Schritte der Spieler werden so auf die Stockpuppen übertragen. Eine Hand der Puppe trägt den Führstab. Bewegungen werden durch den Körper der Puppe und der Fliehkraft erzeugt.


Herstellung und Geschichte

Die Puppenköpfe sind aus Lindenholz geschnitzt und mit Schminke bearbeitet. Der Körper ist ein anatomisches Skelett. Die Puppenkleidung wird in der theatereigenen Werkstatt hergestellt. Im Fundus gibt es über 800 Puppen und etwa 5000 Kostüme. 1862 starb Winters. Sein Nachfolger wurde Peter Josef Klotz. Der war mit der Enkelin Winters verheiratet. 1919 wurde das Theater geschlossen. Doch 1925 gründete eine Kommission zur Wiederbelebung der Kölner Puppenspiele das Theater neu. Unter der Trägerschaft als Puppenspiele der Stadt Köln konnte das Theater in der Sternengasse weitergehen, dank des Bestrebens Konrad Adenauers und Carl Niessens. Als Bronzestatuen stehen Tünnes und Schäl in Lebensgröβe in Kölns Altstadt, im Innenhof vor der Kirche Groβ St. Martin.


Kontakt

Adresse: Eisenmarkt 2–4, 50667 Köln
Telefon: 0221 2581201
Internet: http://www.haenneschen.de/





Perfekte Unterkunft

Wenn Sie sich diese tollen Dinge alle einmal anschauen wollen und eine Städtereise nach Köln planen, dann übernachten Sie in der Ferienwohnung Köln! Wir freuen uns auf Ihre Anfrage! Und wenn es mal länger dauern soll bzw. Sie vielleicht einige Monate in Köln arbeiten müssen, dann bieten wir auch das Wohnen auf Zeit in Köln an!


Ferienwohnung Köln  Ferienwohnung Köln Deutz